Welt-Alzheimertag: Verständnis schaffen, Teilhabe ermöglichen
Häuser zum Leben unterstützen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen mit ganzheitlichem Angebot.
In Österreich leben rund 170.000 Menschen mit Demenz. Die Erkrankung stellt Betroffene, Familien und Betreuungspersonen vor große Herausforderungen. Umso wichtiger sind Angebote, die individuelle Bedürfnisse berücksichtigen und soziale Teilhabe ermöglichen. Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September 2026 machen die Häuser zum Leben auf die besondere Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam.
Demenz betrifft uns alle gemeinsam als Gesellschaft.
Peter Hacker | Gesundheits- und Sozialstadtrat
„Demenz betrifft uns alle gemeinsam als Gesellschaft. Unser Ziel ist es, Menschen mit demenziellen Erkrankungen bestmöglich zu unterstützen, ihre vorhandenen Fähigkeiten zu stärken und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir Angehörige entlasten und Verständnis für die Erkrankung fördern“, betont Gesundheits- und Sozialstadtrat Peter Hacker.
Ganzheitlicher Ansatz
Die Häuser zum Leben verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Pflege, Betreuung, Aktivierung und soziale Einbindung miteinander verbindet. „Demenz verändert vieles, aber niemals den Wert eines Menschen. Umso wichtiger ist es, ihr als Gesellschaft mit Verständnis, Respekt und Verantwortung zu begegnen“, betont Christian Hennefeind, Geschäftsführer der Häuser zum Leben.
In allen Häusern zum Leben stehen unterschiedliche Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit demenziellen Erkrankungen zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem die TagFamilien, die tagsüber strukturierte Betreuung, Orientierung und soziale Kontakte bieten. Gemeinsam mit speziell geschulten Mitarbeiter*innen fördern sie vorhandene Fähigkeiten und unterstützen die Selbstständigkeit der Betroffenen.
Darüber hinaus bieten die Betreuungszentren im Haus Rosenberg und im Haus Döbling spezialisierte Betreuung für Menschen mit fortgeschrittener demenzieller Erkrankung, die eine besonders intensive Begleitung und Pflege benötigen. „Menschen mit Demenz benötigen individuelle Unterstützung, die sich an ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen orientiert. Mit unseren Angeboten schaffen wir Sicherheit, fördern Selbstständigkeit und ermöglichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, so Simon Bluma, stellvertretender Geschäftsführer der Häuser zum Leben.
25 Jahre Pionierarbeit
Mit dem Betreuungszentrum Rosenberg feiern die Häuser zum Leben heuer zudem ein besonderes Jubiläum: Bereits seit 25 Jahren begleitet die Einrichtung Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Das Haus Rosenberg hat sich dem Thema zu einem Zeitpunkt angenommen, als Demenz noch deutlich weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhielt und spezialisierte Angebote für Betroffene und Angehörige rar waren.
Aus diesem frühen Engagement entstand ein Ort, an dem über viele Jahre wertvolle Erfahrung gesammelt, innovative Betreuungsansätze entwickelt und Menschen mit Demenz sowie ihre Familien verlässlich begleitet wurden. Damit leisten die Häuser zum Leben seit einem Vierteljahrhundert einen wichtigen Beitrag zu mehr Verständnis, Unterstützung und Lebensqualität für Betroffene.
Das Jubiläum nimmt das Betreuungszentrum Rosenberg zum Anlass, seine Türen für die Öffentlichkeit zu öffnen und Einblicke in seine spezialisierte Arbeit für Menschen mit Demenz zu geben. Am 21. September 2026 sind Angehörige und Interessierte herzlich zum Tag der offenen Tür eingeladen. Um telefonische Anmeldung wird gebeten.
Demenzfreundliches Restaurant
Für viele Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stellt ein Restaurantbesuch eine besondere Herausforderung dar. Nicht selten führt die Sorge vor Unsicherheiten oder Missverständnissen dazu, dass gemeinsame Unternehmungen vermieden werden.
Mit dem demenzfreundlichen Pop-Up Restaurant „Zum Augenblick“ schaffen die Häuser zum Leben bewusst einen Ort der Begegnung, an dem Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unbeschwerte Stunden in einem verständnisvollen Umfeld verbringen können. Am 8. Oktober 2026 öffnet das Restaurant erstmals auch für externe Gäste und setzt damit ein Zeichen für Inklusion, Begegnung und einen selbstverständlichen Umgang mit Demenz.
Anmelde-Infos Demenz-Restaurant
Virtuelles Informationsformat
Ein wesentlicher Bestandteil des Angebots ist die Begleitung von Angehörigen. Informationsangebote, Beratungen und Austauschmöglichkeiten helfen dabei, den Alltag mit Demenz besser zu bewältigen. Mit dem virtuellen #demenzRAUM schaffen die Häuser zum Leben zudem eine Plattform für Information, Austausch und Bewusstseinsbildung.
Expert*innen, Betroffene und Angehörige diskutieren dort regelmäßig aktuelle Fragen rund um Demenz, Betreuung und Pflege. „Aufklärung und Verständnis sind entscheidende Voraussetzungen für einen wertschätzenden Umgang mit Menschen mit Demenz. Deshalb setzen wir bewusst auch auf niederschwellige Informationsangebote für Betroffene, Angehörige und die interessierte Öffentlichkeit“, sagt Heinz Stieb, Bereichsleiter Pflege und Interdisziplinäre Betreuung.