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Helmut Filippi sitzt in einem von ihm gebauten Strandkorb im Garten des Pensionisten-Wohnhauses Prater.

„Wie wenn man einem Kind einen Schlecker gibt“

Helmut Filippi arbeitet ehrenamtlich im Haus Prater. Er unterstützt Bewohner*innen bei unterschiedlichen technischen Dingen. Diese zahlen das mit Dankbarkeit zurück. Und ein bisschen Schmäh darf nicht fehlen.

„Helmut, ich hab‘ eine kleine Bitte. Kannst du mir ein paar Bilder aufhängen“, fragt eine Bewohnerin. „Na klar mach ich das!“ antwortet dieser. So läuft das, wenn Helmut Filippi im Haus Prater zugegen ist. Seit fast fünf Jahren arbeitet der 73-Jährige ehrenamtlich im Pensionisten-Wohnhaus in der Leopoldstadt. Er ist so etwas wie das Mädchen für alles.

Helmut gibt Essensbestellungen für Bewohner*innen im Computer ein und erfüllt diverse Bewohner*innen-Wünsche: „Telefon umstellen, Fernseher einstellen, eine defekte Jalousie richten, eine braucht einen Sonnenschirm, eine andere will ein Kastl, das bestelle ich und ich baue es zusammen. Darum kümmere ich mich.“ Helmut macht das gern.

Eine Aufgabe in der Pension

Nach 48 Jahren im Gastgewerbe ist Helmut vor neun Jahren in Pension gegangen. Aber nur zu Hause sein wollte er nicht. „Ich wusste, ich muss unter Leute.“ Er erfuhr von einem Ehrenamtsjob bei der Caritas. Drei Jahre lang holte er für die Lebensmittelrettung Essbares von Supermärkten ab. Dann bekam er Rückenprobleme – es ging nicht mehr.

„Aber irgendetwas wollte ich trotzdem weitermachen.“ Er informierte sich auf der Freiwilligenmesse im Rathaus. „Die Häuser zum Leben haben mich überzeugt.“ Weil er in seinem ehemaligen Lokal im grünen Prater immer wieder Gäste aus dem Haus Prater hatte, fiel die Wahl auf dieses Haus.

„Es passt alles hier“, sagt Helmut. Auch seine Frau ist ehrenamtlich im Haus tätig. „Sie plaudert gern mit den Damen.“ Einmal wöchentlich kommt er ins Haus. Früher hatte er eine Werkgruppe, in der er gemeinsam mit Bewohnern Vogelhäuser oder anderes gebaut hat. Im Garten des Hauses kann man sich von Helmuts Werken überzeugen. Sogar ein Strandkorb ist dabei.

  • Eine grüne Gartenbank steht vor einem Hochbeet in der Wiese im Garten des Pensionisten-Wohnhauses Prater.

Helmut führt gern Schmäh

Was Helmut am meisten Spaß macht? „Schmäh führen.“ Nach so vielen Jahren im Gastgewerbe fällt ihm immer etwas ein.

Helmut ist verheiratet, hat einen Sohn, vier Enkel und zwei Urenkel. Er wohnt in Essling. Aufgewachsen ist er im Waldviertel bei seinen Großeltern.

Vielleicht habe ich das Gefühl, dass ich etwas zurückgeben muss.

„Ein braves Kind war ich nicht unbedingt, aber verhätschelt bin ich worden.“ Als Helmut etwas älter war und etwas zurückzahlen hätte können, sind die Großeltern verstorben. „Vielleicht habe ich deshalb das Gefühl, dass ich etwas zurückgeben muss.“

Helmut ist zufrieden im Haus Prater. Den Ehrenamtsjob kann er „unbedingt“ weiterempfehlen. Er versteht sich gut mit vielen Bewohner*innen. „Wenn man etwas für sie macht, und sie damit eine Freude haben, dann strahlen ihre Augen. Wie wenn man einem Kind einen Schlecker gibt. Das gibt mir so viel.“

Text: Birgit Riezinger

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