Würdige Preisträger*innen beim Literatur-Contest 2026
Bei einer feierlichen Preisverleihung im Haus Wieden wurden die fünf Gewinnerinnen geehrt. Der Literatur-Contest stand heuer unter dem Motto „Liebe“.
Mitte Dezember 2025 riefen die Häuser zum Leben und die Pensionist*innenklubs für die Stadt Wien literarisch begabte Menschen im besten Alter ab 60+ dazu auf, Geschichten, Texte oder auch Gedichte zum Thema aller Themen einzureichen. Mit einer feierlichen Preisverleihung im Haus Wieden fand der diesjährige Literatur-Contest seinen krönenden Abschluss.
Kreative Kraft der Wiener Senior*innen
Menschen mit jahrzehntelanger Lebenserfahrung setzten sich literarisch mit einem Thema auseinander, das die Menschheit seit jeher bewegt – der Liebe. Kaum ein anderes Motiv wurde in der Weltliteratur so oft beschrieben, besungen, hinterfragt und neu interpretiert – und dennoch gibt es noch so viel zu erzählen. „Unter dem Motto ‚Texte über die Liebe‘ macht der diesjährige Literatur-Contest der Häuser zum Leben erneut vor allem eines sichtbar: die Talente und die kreative Kraft der Wiener Senior*innen.“, gratuliert Christian Hennefeind, Geschäftsführer der Häuser zum Leben, den Sieger*innen.
Ob Erinnerungen an die erste große Verliebtheit, bewegende Erzählungen jahrzehntelanger Partnerschaften, späte Romanzen oder poetische Gedanken über Freundschaft und Selbstliebe, die diesjährigen Beiträge spiegeln ein breites Spektrum persönlicher Erfahrungen wider. Unter den zahlreichen Einreichungen finden sich auch viele liebevolle Texte über das Leben in den Häusern selbst – kleine Momentaufnahmen, Begegnungen und Geschichten.
„Wenn Alltagsmomente literarisch eingefangen werden, entstehen berührende, manchmal augenzwinkernde Einblicke in das Leben in unseren Häusern. Diese Texte sind voller Wärme, Herzlichkeit und Lebensfreude – und genau das spürt man in jeder Zeile“, ergänzt Christian Hennefeind.
Liebe kennt kein Alter
Im März fand der Literatur-Contest 2026 mit der Preisverleihung im Haus Wieden seinen krönenden Abschluss. Alle 77 Einreicher*innen wurden zur Veranstaltung eingeladen und viele sind der Einladung auch gefolgt. Das GastHaus des Hauses war fast bis zum letzten Platz gefüllt. Die Schauspieler*innen Susi Stach und Karl Fischer trugen ausgewählte Texte vor. Die fünf Siegerinnen wurden gewürdigt.
Gleich zwei Autorinnen konnten aufgrund gleicher Punktzahl als Gesamtsiegerinnen geehrt werden: Traude Veran, Bewohnerin des Hauses Wieden und Mitinitiatorin des ersten Literatur-Contests sowie Karin Leroch. Veran berührte mit ihrem Gedicht „Philemon und Baucis“, in dem sie von einem langen gemeinsamen Leben und der Kraft der Liebe im Alter erzählt, während Leroch mit ihrer Kurzgeschichte „Der Eindringling“ überzeugte, in der es um Trauerarbeit und einen mysteriösen Besucher geht, der eine Wohnung voller Erinnerungen zum Leben erweckt.
Liebe und künstlerisches Schaffen kennen keine Altersgrenze.
Ilse Kilic | Jury-Sprecherin
Die Jury war sehr beeindruckt vom literarischen Talent der Teilnehmer*innen: „Ich habe die Texte mit Neugier und Freude gelesen“, erzählte Jury-Sprecherin Ilse Kilic von der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung, die die Einreichungen gemeinsam mit ihren vier Jury-Kolleg*innen bewertete. „Manchmal habe ich gelächelt, manchmal wurde ich nachdenklich oder auch traurig. Die vielfältige und zugleich jeweils einzigartige Umgangsweise mit dem Thema Liebe zeigt, dass sowohl die Liebe als auch das künstlerische Schaffen keine Altersgrenzen kennen“, so Kilic.
Initiative von Haus Wieden
Entstanden ist der Literatur-Contest der Häuser zum Leben aus einer Initiative des Teams und der Bewohner*innen des Hauses Wieden rund um die Psychologin und Schriftstellerin Traude Veran, die heuer ebenfalls von der Schreiblust gepackt wurde: „Dieses Jahr musste ich mich einfach selbst wieder mit Stift und Papier zum Tisch setzen“, erzählt Veran. Diese Begeisterung ist im ganzen Haus spürbar: „Die Kreativität und Ausdruckskraft unserer Bewohnerinnen faszinieren mich jedes Jahr aufs Neue. Der Literatur-Contest zeigt, wie viel Talent und Lebenserfahrung allein in unserem Haus stecken“, so Armin Cehic, Direktor des Hauses Wieden.
Alle Sieger*innen-Texte des Literatur-Contests können in der Sonderausgabe der Senior*innenzeitung der Pensionist*innenklubs TRARA nachgelesen werden. Das Heft steht ab Mitte April auch online auf der Webseite der Pensionist*innenklubs für die Stadt Wien zur Verfügung.
Prominente Leser*innen am Vorlesetag
Am Österreichischen Vorlesetag, dem 26. März 2026, werden die Sieger*innentexte an fünf verschiedenen Standorten der Häuser zum Leben und der Pensionist*innenklubs von der Schauspielerin Susi Stach, den Autor*innen Marie-Theres Arnbom, Patricia Brooks und Kornelius Taxenbach sowie von Daniel Landau, der unter anderem zahlreiche zivilgesellschaftliche Projekte mitinitiierte, gelesen. Mehr Infos zu den Leseorten und genauen Terminen am Vorlesetag finden Sie auf der Website der Klubs.












