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Achtsames Einkaufen von Lebensmitteln

Jährlich werden weltweit über eine Milliarde Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das entspricht etwa 30 bis 40 % der produzierten Lebensmittel. Diese machen 8 bis 10 % des Treibhausgasausstoßes aus. Das bedeutet eine erhebliche Ressourcenverschwendung an Lebensmitteln, landwirtschaftlicher Nutzung, Arbeitszeit und -kraft, sowie Energie und Wasser. Das macht deutlich, wie wichtig ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln ist.

In diesem Beitrag geht es darum, wie wir alle im Alltag aktiv gegen vermeidbare Lebensmittelverschwendung vorgehen können. Schon kleine Veränderungen beim Kaufverhalten und bei der Lagerung können helfen. Denn: Der Großteil der Lebensmittelverschwendung passiert nicht in Handel und Gastronomie – sondern in den Privathaushalten.

Genießbares landet im Müll

In Österreich landet jährlich etwa eine Million Tonne an genießbaren Lebensmitteln im Müll. Das entspricht etwa 75 kg pro Person im Jahr. Mit 63 % machen hier die Privathaushalte den größten Anteil aus. Das bedeutet einen ungefähren finanziellen Verlust von 800 Euro pro Haushalt und Jahr.

Brot, Gebäck und Süßwaren sowie Obst und Gemüse werden am häufigsten weggeworfen. Dabei wären einige dieser Lebensmittel noch genießbar. Häufig werden sie weggeworfen, weil sie nicht mehr unseren Erwartungen von „gut“ und „frisch“ entsprechen.

Der jährliche Lebensmittelabfall und die am häufigsten weggeworfenen Lebensmittel werden von der Organisation Land schafft Leben in unterschiedlichen Abbildungen sehr anschaulich dargestellt.

Herstellerangaben zur Haltbarkeit

Neben dem optischen Eindruck ist das Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums vermutlich einer der häufigsten Gründe für das Entsorgen von Lebensmitteln. Deshalb wird an dieser Stelle die Bedeutung von Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum erklärt:

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
Bis zu dem angegebenen Datum garantiert der Hersteller, dass ein originalverpacktes und richtig gelagertes Lebensmittel in einwandfreiem Zustand ist. „Mindestens haltbar bis…“ deutet also nicht sofort auf Verderb eines Lebensmittels hin. In vielen Fällen ist das Produkt noch über das angegebene Datum hinaus genießbar.

Verbrauchsdatum
Dieses Datum wird meist bei hygienisch heiklen Lebensmitteln, wie Faschiertes, Geflügel oder Fisch angeführt. Lebensmittel mit „zu verbrauchen bis…“ dürfen nach abgelaufenem Verbrauchsdatum im Handel nicht mehr angeboten werden. Auch im Privathaushalt sollten diese aus Sicherheitsgründen nicht mehr verzehrt werden!

Was kann jeder Einzelne tun?

  • Aktionskäufe, Vorteilspacks und Mengenvorteile nur nutzen, wenn sie für einen selbst auch Sinn machen und damit keine unnötigen Mengen zu Hause anfallen, die unter Umständen nicht (rechtzeitig) konsumiert werden können. Generell gilt es, kritisch zu prüfen, ob man sich bei derartigen Angeboten tatsächlich etwas spart.
  • Möglichst nicht hungrig einkaufen gehen.
  • Vor dem Einkauf die Vorräte kontrollieren.
  • Einkaufsliste erstellen, Spontankäufe möglichst meiden und nur so viel kaufen, wie tatsächlich benötigt wird. Hauptsächlich Grundnahrungsmittel, welche regelmäßig verzehrt werden auf Vorrat kaufen.
  • Bei Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums sollte man vor dem oft übereilten Wegwerfen – durch Anschauen, Riechen, und ggf. Kosten – prüfen und dann entscheiden, ob das Lebensmittel tatsächlich nicht mehr in Ordnung ist.
  • Die Lagerung ist ausschlaggebend: einerseits soll diese übersichtlich sein, damit nichts in Vergessenheit gerät, weiters sollte das jeweils „älteste“ einer Produktgruppe verwendet werden („first in – first out“), andererseits ist die Art der Lagerung je nach Lebensmittel entscheidend für deren Haltbarkeit (Obst und Gemüse stets kühl und trocken lagern, Brot und Gebäck in Brotdosen oder Leinen- bzw. Bienenwachstüchern aufbewahren).
  • Bei eigenem Obst- und Gemüseanbau oder zu großem Einkauf ist das Einfrieren oder Verarbeiten zu Konserven ratsam.

Reste, die zu schade für die Tonne sind

Es gibt viele Rezepte, die sich zur „Resteverwertung“ eignen. Beispielsweise lassen sich Obstreste zu klassischen Obstsalaten und Smoothies verarbeiten, Bananen sind besonders gut geeignet für Kuchen, Waffeln und Bananenbrot. Älteres Brot und Gebäck kann für die weitere Verarbeitung zu Würfel geschnitten oder zu Brösel gemahlen werden. Brot- und Gebäckreste eignen sich auch für pikante und süße Aufläufe, Brotwaffeln, Brotchips und Croutons. Bleiben z.B. nach einer Grillfeier Fleisch und Würstel übrig, wird daraus mit Kartoffeln, Nudeln und/oder Gemüse ein herzhaftes Gröstl.

Unter der Online-Plattform Resteverwertung – Zutatenverwertung kann man sich entsprechende Rezeptideen holen. Zutaten eingeben – Rezept wählen – drauf los kochen!

Zusammenfassend kann man sagen:

Lebensmittelverschwendung geht uns alle an.
Jede*r von uns kann mit kleinen Maßnahmen im Alltag aktiv dagegen vorgehen.

Text: Claudia Bachmann, Diätologin Häuser zum Leben
Foto: Pixabay

Quellen:
Lebensmittelverschwendung | Welthungerhilfe
Lebensmittelverschwendung | Land schafft Leben
Zwei Monatseinkäufe landen im Müll | Die Tafel Österreich
Abgelaufenes gleich in den Müll? | Arbeiterkammer
Resteverwertung – Zutatenverwertung | Gute Küche

Links:
Nix übrig für Verschwendung – Auszeichnung für Häuser zum Leben

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