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Raus aus dem Alltag - Rein in die virtuelle Welt

Vorreiter in der Digitalisierung der Pflege und Betreuung von SeniorInnen: In vier unserer Häuser zum Leben kamen im Sommer 2019 erstmals VR-Brillen bei BewohnerInnen mit demenziellen Erkrankungen zum Einsatz. Das Pilotprojekt wird auf Grund seiner durchwegs positiven Erfolge im Jahr 2020 auf alle 30 Häuser zum Leben ausgeweitet.

Die Lebenserwartung steigt stetig und immer mehr Menschen im höheren Alter leben mit der Diagnose Demenz – auch in den 30 Häusern zum Leben. Als eine der ersten Einrichtungen für SeniorInnenbetreuung in Österreich setzen die Häuser zum Leben VR-Brillen bei Menschen mit diesem Krankheitsbild ein, denn bisher wird die VR-Brille im Altenpflegebereich kaum genutzt. Ziel des Projekts ist es, Zugang zu Erinnerungen zu erleichtern, positive Emotionen zu wecken und die Lebensqualität zu erhöhen.

Das interdisziplinäre Projekt wurde von MitarbeiterInnen ins Leben gerufen. Das Konzept stammt von Psychologin und Pädagogin Mag.a Dr.in Petra Katzenschläger, EDV-Expertin Nicole Jagodic, und Direktorin des Hauses Döbling Amila Crnalic, MA. Die Idee für den Einsatz von VR-Brillen bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen beruht auf der Annahme, dass bedarfsgerechte technische Lösungen mittels Virtual Reality in der Biografiearbeit einen wertvollen Beitrag leisten.

Biografiearbeit hat hohen Stellenwert

Die Betroffenen leiden unter anderem an fortschreitenden Gedächtnisstörungen und dem allmählichen Verlust ihres Denkvermögens. Die Ursachen für den Zellabbau sind noch nicht abschließend erforscht. Für die Betroffenen bedeutet das extreme Einschnitte in das Wohlbefinden. In der Betreuung und Pflege gewinnt daher die Biografiearbeit, auch Erinnerungsarbeit genannt, immer mehr an Bedeutung. Denn das aktuelle Erleben ist geprägt durch vergangene Erfahrungen und kann deshalb nur durch das Wissen über die Biografie des Individuums verstanden, eingeordnet und beeinflusst werden. Ohne die Berücksichtigung lebensgeschichtlicher Hintergründe bleiben die Bedürfnisse von demenziell erkrankten Menschen häufig unerkannt oder werden falsch interpretiert, was in weiterer Folge eine Bedrohung oder Reduzierung ihres subjektiven Wohlbefindens bedeutet.

Die VR-Brille ermöglicht es SeniorInnen mit Demenz wieder am Leben teilzuhaben, sich zu erinnern. Das kann vor allem zu Beginn, im ersten und am Anfang des zweiten Stadiums der Erkrankung, Brücken zur Gegenwart schlagen. In diesen Stadien lässt das Kurzzeitgedächtnis auffallend nach. Die therapeutische Wirkung der VR-Brille ist also besonders dann sinnvoll und eine wertvolle Ergänzung zur täglichen Betreuungsarbeit.

VR-Brille in den Häusern zum Leben

Vorab wurden die MitarbeiterInnen der Häuser zum Leben in mehreren Workshops umfangreich geschult, um den Umgang mit der VR-Brille zu erlernen, selbst Fotos mit einer 360-Grad-Kamera aufzunehmen und diese anschließend auf die VR-Brille laden zu können. Um auch den BewohnerInnen und deren An- und Zugehörigen das neue Medium vertraut zu machen, wurden Infoveranstaltungen und persönliche Beratungstermine angeboten. Die enge Kommunikation mit Betroffenen und ihren An- und Zugehörigen ist den Häuser zum Leben ein wichtiges Anliegen und ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes.

Die gezeigten Bilder werden für jede Bewohnerin und jeden Bewohner von den MitarbeiterInnen der Häuser zum Leben individuell ausgewählt beziehungsweise für jede/n Einzelne/n extra aufgenommen. Das sind unter anderem 360-Grad-Bilder von alten Wohnorten, Lieblingsplätzen oder Sehenswürdigkeiten. Welche Bilder gezeigt werden, wird vorab gemeinsam mit den Betroffenen, An- und Zugehörigen, Pflege- und/oder Betreuungspersonen im Haus festgelegt. Die Bilder sollen positive Emotionen auslösen, die Partizipation Sicherheit geben und damit Vertrauen schaffen.

Die BewohnerInnen werden, während sie die VR-Brille nutzen, von geschultem Personal der Häuser zum Leben und ihren An- und Zugehörigen begleitet. Die Darbietung findet im Sitzen statt und dauert insgesamt ungefähr 15 Minuten. Das Betrachten der Bilder umfasst ca. 7 Minuten. Und die Ergebnisse sind faszinierend: „Wir haben das Gefühl, dass sich die BewohnerInnen einerseits wirklich über die Bilder freuen und andererseits, dass sie wieder etwas Neues zu erzählen haben. Das aktiviert und bringt Leben in den Alltag“, so Psychologin Mag.a Dr.in Petra Katzenschläger. EDV-Expertin Nicole Jagodic ergänzt: „Mit der neuen Technologie holen wir die Welt zu unseren BewohnerInnen direkt ins Haus. Menschen, die nicht mehr mobil sind, bringen wir mittels der VR-Brille an Orte, die für sie sonst nicht mehr erreichbar wären.“ Aber nicht nur die geistigen Fähigkeiten werden reaktiviert, auch der Körper wird gefordert: „Viele BewohnerInnen, die wir mit unserer gewohnten Aktivierungsarbeit nicht mehr aus der Apathie holen konnten, leben auf einmal wieder auf. Ihre Körper bewegen sich, der Kopf geht hin und her, die BewohnerInnen zeigen mal hier und mal dorthin, sie greifen aktiv nach Dingen. Die Krankheit wird für einen Moment vergessen“, erzählt die Direktorin des Hauses Döbling Amila Crnalic, MA.

Während den Sitzungen gab es zahlreiche emotionale Momente, denn die BewohnerInnen leben regelrecht auf. Sie erzählen ihren PflegerInnen, BesucherInnenn und anderen BewohnerInnen von ihrer Reise. „Unfassbar“, „wunderschön“ und „muss man gesehen haben“, so die Reaktionen. Aber auch die Familien waren tief bewegt von dem Wiederaufleben ihrer erkrankten Angehörigen. Alles in allem ein gelungenes Projekt der Häuser zum Leben, das die Digitalisierung der Pflege und Betreuung von SeniorInnen mit demenziellen Erkrankungen ein ganzes Stück nach vorne getrieben hat. Das Pilotprojekt wird im Jahr 2020 auf alle 30 Häuser zum Leben ausgeweitet.

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