Bürgeranwalt und Volksanwaltschaft – unsere Sicht

In den letzten Tagen ging es in den Medien hinsichtlich Alten- und Pflegeeinrichtungen rund. Hier unsere Sicht der Dinge.

Am Samstag, 6. Mai, kamen in der ORF-Sendung Bürgeranwalt auch die Häuser zum Leben vor. Dazu gerne unser Statement.

Die Willens- und Fortbewegungsfreiheit des Menschen – auch eines hochaltrigen Menschen – ist ein hohes Gut. Die Häuser zum Leben bekennen sich dazu.

Wir pflegen und betreuen unsere BewohnerInnen zudem alltagsnormal. Dazu gehört, dass wir so wenig freiheitsbeschränkende Maßnahmen ergreifen wie möglich. Wenn das nicht sinnvoll ist, haben unsere Mitarbeiter die Expertise, die jeweils gelindesten Mittel anzuwenden.

BewohnerInnen haben das Recht, sich frei zu bewegen, auch wenn sie im stationären Bereich wohnen. Bei desorientieren BewohnerInnen achten wir laufend auf deren momentanen Aufenthaltsort. Es kann aber passieren, dass BewohnerInnen einmal unbemerkt den stationären Bereich verlassen. Geschieht das, erfolgt als erster Schritt eine Suche im Haus sowie um das Haus herum. Die Mehrheit der Bewohner wird rasch im Haus gefunden. Ist ein Bewohner nicht zu finden, wird die Polizei verständigt und eine externe Suche eingeleitet.

Nur ganz wenige verlassen das Haus. Zwei Beispiele. Haus Rosenberg: 4 externe Abgängigkeiten in 3 Jahren; Haus Döbling: 2 externe Abgängigkeiten in 5 Jahren. Das ist sehr wenig, wenn man bedenkt, dass wir in 30 Häusern rund 8.800 SeniorInnen betreuen.

Wir versichern, dass bei uns BewohnerInnen nicht sich selbst überlassen werden! Wir achten sehr sorgsam auf die Bedürfnisse unserer BewohnerInnen unter Berücksichtigung und Wahrung ihrer Rechte und unserer Möglichkeiten. Unsere Personalausstattung ist im Vergleich zu anderen Bundesländern höher. Das Personal wird der Qualifikation und dem Bedarf nach eingesetzt.

Wir ersuchen um Verständnis, dass unsere MitarbeiterInnen in der Pflege die Verantwortung für 264 Personen im Haus Mariahilf tragen und daher das Haus im Abenddienst nicht verlassen können. In solchen Fällen werden daher Polizei und Rettung zur Unterstützung verständigt.

Volksanwaltschaft: gute Arbeit der Mehrheit der Pflege- und Alteneinrichtungen

Wir finden es bedauerlich, dass die mediale Berichterstattung über den Volksanwaltschaft-Bericht zur präventiven Menschenrechtskontrolle an einzelnen negativen Einzelfälle aufhängt wurde. Kaum vernehmlich wurde darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der 125 von der Volksanwaltschaft untersuchten Pflege- und Alteneinrichtungen gut arbeitet.

Leider kommen vereinzelte Missstände vor. Und es ist keine Frage, dass diesen durch breit gefächerte Maßnahmen entschieden entgegenzutreten ist!

Auch wir in den Häusern zum Leben sind nicht vor unerwarteten, ungewünschten Vorkommnissen gefeit. Wir setzen dem teilweise schwierigen Alltag Schulungen für unsere Führungskräfte und (psychische) Unterstützung für unsere MitarbeiterInnen entgegen. Dafür haben wir im Jahr 2016 eine Million Euro in die Hand genommen. Wir haben zudem ein engmaschiges Qualitätssicherungs- und Beschwerdesystem implementiert.

Wir wollen, dass unsere BewohnerInnen in einem angstfreien Umfeld leben und die MitarbeiterInnen in einem angstfreien Umfeld arbeiten, damit Fehler so weit wie möglich ausgeschlossen werden.

Die Arbeit mit und am Menschen ist eine schöne und wertvolle Aufgabe. Doch manchmal auch sehr herausfordernd. Wir jedenfalls tun tagtäglich unser Bestes, zum Wohle der Wiener SeniorInnen.